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Fotogenes Szeneviertel

Architektur im Düsseldorfer Medienhafen

Düsseldorf mag eine etwas unterschätzte Stadt sein, die weniger im Fokus steht als andere deutsche Großstädte. Dabei landet die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt bei Rankings für Lebensqualität (auch im internationalen Vergleich) regelmäßig ganz weit vorne. Auch die Finanz- und Wirtschaftskraft stimmt - und das in Zeiten der Krise!

Wie viele Großstädte tut auch Düsseldorf einiges für die Stadtentwicklung, um als Anziehungspunkt für zukunftsträchtige Unternehmen und zahlende Touristen attraktiv zu sein. Solch ein attraktiver Standort ist der sogenannte „Medienhafen”, ein umgewidmetes Industrie- und Hafenareal, das sich zum In-Viertel schlechthin entwickelt hat und als neue Touristenattraktion glänzt. Hier verdingen sich zahlreiche Mitglieder der Kommunikations- und Medienbranche, flankiert von den üblichen Verdächtigen aus der Kreativbranche, wie Mode, Werbung und Design. Gleichzeitig pulst das Leben in Restaurants, Clubs und Bars. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die vielbeschworene Work-Life-Balance an diesem Ort besonders gut funktioniert...

Entstanden ist dies alles als Reaktion auf einen Sanierungsfall: Mit dem Rückgang der Industrie und dem Aufschwung der Dienstleistungsbranche war die Auslastung des 1896 eröffneten Binnenhafens mehr und mehr geschrumpft. Als er schließlich völlig unrentabel geworden war, zog die Stadtverwaltung Mitte der 1970er Jahre die Reißleine und gab das Areal nach und nach zur Umstrukturierung frei. Ein „Kreativviertel mit vielen Starterfirmen” war das Ziel der Planungen. Als erstes kam das Landesstudio des WDR, ihm folgten private Sender, Zeitungen und Agenturen. Auch der Landtag von NRW zog hierher um, in direkter Nachbarschaft wurde der bekannte Düsseldorfer Fernsehturm errichtet. Ein Geheimnis für den Erfolg war die Strategie der Stadtplaner, die dem Gelände nicht ein einheitliches architektonisches Korsett überstülpten, sondern jedes Grundstück individuell behandelten. Der alte, denkmalgeschützte Bestand führt so mit neuen, gewagten und futuristischen Bauten ein spannendes Zwiegespräch. Dafür konnten international renommierte Architekten gewonnen werden, die sich auf dieser Spielwiese austobten. Insbesondere der amerikanische Star-Architekt Frank O. Gehry, berühmt für seine dekonstruktivistischen Bauten, hat mit den „schiefen Häusern” - mit ihren abgerundeten Kanten, schiefen Flächen und gebrochenen Formen - im Neuen Zollhof ein neues Düsseldorfer Wahrzeichen geschaffen.

Kurzum - das ganze Viertel ist ein einziger architektonischer Blickfang, mithin also ein wahres Eldorado für architekturbegeisterte Fotografen. Allein in der beliebten Plattform fotocommunity.de findet man zur Zeit über 7000 Fotos unter diesem Stichwort. Während meines etwa 4-stündigen Aufenthalts Mitte September tummelten sich zwei Fotokurse, begleitet von ihren rührigen Lehrern („Versucht doch, die Struktur der Fenster noch stärker herauszuarbeiten...”) auf dem Areal, die mir immer wieder über den Weg (und ins Bild) liefen. Wenn das mal nichts heißen soll... ;-)
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