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Postprocess, Folge 1

Ich bearbeite viele meiner Bilder digital, und ich stehe dazu (wenn man sich heutzutage überhaupt „rechtfertigen” müsste). Es gibt immer noch Fotopuristen, bei denen dies verpöhnt ist, die nur Fotos „out of the camera” zulassen. Aber ist die digitale Bildbearbeitung nicht eigentlich vergleichbar einer digitalen Dunkelkammer? Auch schon in Zeiten der Analogfotografie hat man auf das Ergebnis Einfluss genommen. Und es ist keine neue Erkenntnis, dass auch die frühesten analogen Bilder schon im technischen Fertigungsprozess nahezu spurlos manipuliert werden konnten, dass sie also von Beginn an „nie mehr [gewesen sind] als ästhetische Transformationen von Wirklichkeit, zufällige und subjektive Blicke, die durch eine unendliche Reihe anderer Blicke widerlegt werden”. (Karl Prümm, Die Bilder lügen immer, in: Medienwissenschaft rezensionen reviews, Heft 3, 1996, S. 264-267) So lässt sich die digitale Bildbearbeitung zwar als gewaltiger technischer Fortschritt begreifen, in den bildgestaltenden Auswirkungen jedoch nur als Perfektionierung, Vereinfachung und Universalisierung längst bekannter manipulativer Methoden.

„Fotografieren” stellt in meinen Augen einen ganzheitlichen Prozess dar, im Sinne von „Bilderschaffung”. Hierbei zählt - wenigstens in der Werbe-, Fashion-, Kunstfotografie und ähnlichen Bereichen - alleine das Ergebnis. Deshalb sehe ich es als eine legitime Methode, Bilder nachzubearbeiten. Der Bewertungsmaßstab für gute Fotos sollte nicht sein: bearbeitet - unbearbeitet, sondern gekonnt - nicht gekonnt!

In loser Folge werde ich einige Beispiele (hoffentlich) gekonnter Bildbearbeitung aus meinem Fotofundus präsentieren.
postprocess 1a
postprocess 1b
postprocess 2a
postprocess 2b 1