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Kloster Eberbach, Teil 1

Monument der Zisterzienserarchitektur

Das berühmte Kloster Eberbach ist ein Zisterzienserkloster in der Nähe von Eltville am Rhein. Es kann besichtigt werden, und da das Fotografieren (auch mit Stativ!) dort gestattet ist, unternahm ich letztes Jahr eine vormittägliche Fototour dorthin. Die Klosteranlage ist einmalig in Deutschland durch den Umstand, dass sie in allen Baukörpern nahezu vollständig erhalten geblieben ist. Die Bauten stammen überwiegend aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Bekannt wurde das Kloster durch den 1985/86 entstandenen Film Der Name der Rose mit Sean Connery, für den fast alle Innenaufnahmen dort gedreht wurden.

Der Zisterzienserorden entstand 1098 als Reformbewegung der Benediktiner; seine schnell wachsende Bedeutung war Audruck einer religiösen Massenbewegung. Der Orden gründete auf einer harten Kloster- und Lebensordnung: Konzentrierter Gottesdienst, kolonisatorische Arbeit, Askese, Schweigegebot - das waren seine Grundpfeiler.

Das Kloster Eberbach wurde 1136 gegründet, nachdem Bernhard von Clairvaux, die seinerzeit maßgebliche Person im Zisterzienserorden, dreizehn Mönche in die Region entsandt hatte. Es entwickelte sich rasch zu einem der größten und bedeutendsten Klöster in Deutschland; in der Blütezeit (12./13. Jahrhundert) beherbergte es rund 100 Mönche und 200 Laienbrüder. Das Kloster war auch wirtschaftlich sehr erfolgreich: Haupteinnahmequelle war der Weinbau, mit über 300 Hektar Anbaufläche war das klösterliche Weingut das größte im Mittelalter. Gerade in den aktuellen Zeiten pikantes Detail am Rande: Überschüsse aus dem Weinverkauf wurden gerne am nahe gelegenen Frankfurter Kapitalmarkt angelegt.

1803 erfolgte die Auflösung des Klosters im Zuge der Säkularisation (sog. Reichsdeputationshauptschluss). Fortan konzentrierte man sich als reiner Wirtschaftsbetrieb auf den Weinbau, zwischenzeitlich wurden Teile der Anlage auch als Gefängnis und Irrenanstalt genutzt. 1998 ging die Klosteranlage in das Eigentum einer gemeinnützigen Stiftung öffentlichen Rechts über, die den Auftrag hat, das Kloster durch eine maßvolle, dem Ort angemessene und schonende Nutzung auf Dauer zu erhalten sowie dessen historische Weinbautradition zu bewahren.

Auf meiner Fototour durch das Kloster begann ich mit Aufnahmen in der beeindruckenden, 76 Meter langen Klosterkirche (eine dreischiffige Basilika mit ihrer für die romanische Zeit typisch kühlen, aber würdevollen Ausstrahlung), erklomm dann die Treppe zum gewaltigen Mönchsdormitorium (Schlafsaal der Mönche) in Form einer 72 Meter langen kreuzrippengewölbten Halle, fotografierte den Kapitelsaal mit wundervoll restaurierten Rankenmalereien, stellte mein Stativ im Laienrefektorium (Speisesaal der Laienbrüder) auf, das später zum Weinkeller umfunktioniert wurde und aktuell 12 historische Weinkeltern beherbergt, machte Aufnahmen vom zentral gelegenen Kreuzgarten, und schloss die Tour schließlich im Weinkeller, in dem so manch kostbarer Tropfen im Besitz der Hessischen Staatsweingüter aufbewahrt wird.
Kloster Eberbach
Kloster Eberbach
Kloster Eberbach
Kloster Eberbach
Kloster Eberbach
Kloster Eberbach
Kloster Eberbach
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Kloster Eberbach
Kloster Eberbach
Kloster Eberbach
Kloster Eberbach
Kloster Eberbach
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Kloster Eberbach
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