1. Mai 2018

Postprocess, Folge 8

Die ganzen Kontroversen über das Thema „digitale Bildbearbeitung“ lassen sich letztlich darauf zurückführen, dass die Fotografie seit Anbeginn unter einem Missverständnis leidet: dem Mythos, dass ein Foto stets ein Abbild der Wirklichkeit sei, unverfälscht, authentisch. Doch weit gefehlt: Jedes Abbild eines dreidimensionalen Objekts auf ein zweidimensionales Trägermedium ist eine Konstruktion. Die Tatsache, dass das Objekt sich quasi selbst abbildet, durch von ihm selbst ausgesendete Lichtstrahlen, hat im technikgläubigen, physikalisch geprägten 19. Jahrhundert zu diesem Missverständnis geführt.

Die große Neuerung an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, die Digitalisierung der Fotografie, bedeutet qualitativ eigentlich keinen großen Sprung, eher eine Fortschreibung. Was sich verändert, ist das Trägermedium, das das Bild aufnimmt. Ein physikalisch greifbares Medium, der Film, wird abgelöst durch den Sensor, der elektromagnetische Ladungszustände speichert. Der vielleicht größte Effekt dieser Neuerung ist die Herabsetzung der Schwelle der Machbarkeit auch kompliziertester Manipulationen. Was zu früheren Zeiten eines gewissen Aufwands und einer gewissen Fertigkeit bedurfte, lässt sich heutzutage prinzipiell von jedermann „auf Knopfdruck“ bewerkstelligen. Dies schließt aber auch eine umso größere, besondere Verantwortung des Künstlers ein, diese Mittel bewusst, gekonnt und gezielt – mit einem Wort: überlegt – einzusetzen. „Anything possible“ bedeutet eben nicht „Anything goes“.
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(Siehe auch die Folgen 12345, 6 und 7)

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