Herzlich willkommen auf der Website des Fotografen
Jens Peter Kutz aus Frankfurt am Main. Ich lade Sie ein, meine Fotos, experimentellen Kurzfilme und 360°-Panoramen zu betrachten. Schauen Sie gerne öfter vorbei, um zu sehen, was es Neues gibt!


Neuigkeiten

Lost Places 15: Haus der Offiziere 13.06.17

Eine Expedition in die Militärstadt Wünsdorf bei Berlin, wo die sowjetischen Truppen zu DDR-Zeiten stationiert waren. mehr...


La Serenissima 19.05.17

Venedig, "die Durchlauchteste", war rund ein Jahrtausend lang eine der bedeutendsten wirtschaftlichen und politischen Zentren Europas. mehr...


Postprocess, Folge 6 01.05.17

Eine neue Folge der Reihe Postprocess nach einer längeren Pause, wie immer mit Gedanken zum Thema Bildbearbeitung und Fotobeispielen. mehr...


Zeitgeister 02.04.17

Diese Fotos haben etwas Magisches: Ein und derselbe Ort, zwei Zeitebenen. 100 Jahre in einer einzigen Aufnahme. mehr...


videoproject #6: Lucy Walks Through The Forest 04.03.17

Eine Puppe, ein Fischaugenobjektiv, 1.500 Einzelfotos, ein Wald bei Hamburg - und eineinhalb Stunden vollste Konzentration bei der Produktion. mehr...


Tiefgarage im Ihme-Zentrum 07.02.17

360°-Kugelpanorama in den Katakomben von Hannovers größtenteils leer stehendem Wohn- und Geschäftskomplex Ihme-Zentrum. mehr...

http://failedarchitecture.com/spreepark/
Auf failedarchitecture.com ist ein Artikel (engl.) über den verlassenen Berliner Vergnügungspark Spreepark von mir erschienen

Foto des Monats

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Highlights

Lost Places 15: Haus der Offiziere

Unterwegs in der Militärstadt Wünsdorf 13.06.17

Und wieder hat die wechselhafte deutsche Geschichte einen Lost Place hinterlassen: Nach dem Besuch der FDJ-Hochschule in Bogensee, nordöstlich von Berlin, ging es ein paar Wochen später, im Mai 2013, mit go2know nach Wünsdorf, etwa 40 Kilometer südlich der Berliner Stadtgrenze. Die Stadt hat eine jahrzehntealte Vergangenheit als Militärstandort.

Schon unter Wilhelm II. wurde in Wünsdorf ab 1910 ein großer Truppenübungsplatz samt dazugehörender Kasernenanlage eingerichtet. In der Weimarer Republik war dort eine Garnison der Reichswehr stationiert. Seit 1933 hatte sich die Kasernenfläche auf mehr als 175 Hektar mit 150 Gebäuden ausgeweitet. Im „Dritten Reich“ war in Wünsdorf das Oberkommando des Heeres und gegen Kriegsende das der Wehrmacht untergebracht. Ab 1937 entstanden dort unterirdische Bauten für die Heeresführung (schon 1932 hatte die Reichsregierung den Standort Wünsdorf als Ausweichquartier für die Reichswehrführung im Falle eines Krieges bestimmt). Wünsdorf wurde zudem zum wichtigsten Nachrichtenzentrum des „Dritten Reichs“ ausgebaut.

Am 20. April 1945 erfolgte der Einmarsch sowjetischer Truppen. Der militärische Führungsstab des sowjetischen Marschalls Schukow nahm sein Quartier in Wünsdorf. 1951 haben die Sowjets dort den Sitz des Oberkommandos der nach dem Krieg in der DDR stationierten Truppen, der sog. „Westgruppe“, eingerichtet. Sie haben das militärische Areal durch die Beschlagnahme von Grund und Gebäuden auf rund 590 Hektar erheblich erweitert. Wünsdorf stellte ein weitgehend autonomes Gebilde dar, mit Wohnhäusern, Kasernen, Kaufhäusern, Restaurants, Sportanlagen, Friedhöfen, Kultureinrichtungen und einer täglichen Eisenbahnverbindung nach Moskau. In diesem „Militärstädtchen“ lebten zwischenzeitlich fast 40.000 Russen – Soldaten, Offiziere und Verwaltungspersonal mitsamt ihren Familien. Es war der größte sowjetische Militärstandort außerhalb der UdSSR. Für die Bürger der DDR war das Areal Sperrgebiet, eine verbotene Stadt, im Volksmund „Klein Moskau“ genannt.

Nach dem Fall der Mauer zogen die sowjetischen Truppen aus dem wiedervereinigten Deutschland ab. Nachdem der letzte Soldat 1994 Wünsdorf verlassen hatte, endete die fast 100jährige Geschichte als Militärstandort. Das Areal wurde zum größten Konversionsprojekt für das Land Brandenburg. Man erarbeitete ein Konzept zur Stadtentwicklung: Auf dem Gelände sollte ein lebendiger Stadtteil entstehen. Die ehemaligen Kasernen wurden zum Großteil saniert und zu Wohnhäusern umgebaut, auch ein Teil der Landesverwaltung wurde dorthin umgesiedelt. Doch trotz aller Bemühungen, ein attraktives Umfeld für großstadtmüde Berliner zu erschaffen, ist die Konversion bis heute nicht erfolgreich abgeschlossen. Der Leerstand liegt bei 40 Prozent, hübsch renovierte Wohnhäuser grenzen an abbruchreife graue Kasernen. Nach wie vor ist der Ort kein sonderlich begehrter Wohnbezirk, da vor allem die Infrastruktur als höchst unzureichend empfunden wird...

Noch unsaniert und im Verfall begriffen (wenn auch, da umzäunt und bewacht, vor Vandalismus verschont) ist das sog. „Haus der Offiziere“, ein schlossartiger, prächtiger Bau aus der Kaiserzeit. Dort befand sich die einstige Kaiserliche Militärturnanstalt, die von 1919 bis 1943 in die Heeressportschule zur Ausbildung von Unteroffizieren überging. Links und rechts vom Hauptgebäude liegen weitere Seitenflügel der ehemaligen Heeressportschule. Insgesamt waren damals in den Gebäuden verschiedene Sport- und Turnhallen, unter anderem ein Fechtsaal, eine Schwimmhalle und eine Reithalle, untergebracht. Die Militärsportanlagen wurden im Vorfeld der Olympischen Spiele 1936 für das Training der deutschen Mannschaft genutzt. Die Sowjets funktionierten das Gebäudeensemble zum „Haus der Offiziere“ um; eine gewaltige Lenin-Statue grüßt noch heute trotzig jeden Besucher. Das Areal wurde zu einem Kultur- und Vergnügungsmittelpunkt des Standorts umgebaut: Außer der Schwimmhalle blieb praktisch nichts von der einstigen Nutzung erhalten, aus den großen Turnhallen machte man Konzert- und Theatersäle.

Sowohl das „Haus der Offiziere“ wie die umliegenden Gebäude haben bisher noch keine Verwendung gefunden. Betritt man sie heute, so scheint dort die Zeit stehen geblieben zu sein...
  • Haus der Offiziere 1
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  • Haus der Offiziere 28


La Serenissima

19.05.17

Venedig war rund ein Jahrtausend lang, bis 1797, eine der bedeutendsten wirtschaftlichen und politischen Zentren Europas. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass die Lagunenstadt den Beinamen "Die Durchlauchteste" trägt...
Venedig 1
Venedig 2
Venedig 3
Venedig 4
Venedig 5
Venedig 6
Venedig 7
Venedig 8
Venedig 9
Venedig 10


Postprocess, Folge 6

01.05.17

Es ist unstrittig, dass das dokumentarische Bild möglichst unverfälscht sein soll; ein Bild, das im Prinzip dem Betrachter die selben visuellen Informationen liefert, als wäre er selbst vor Ort gewesen. Hingegen bei der künstlerischen Fotografie (im weitesten Sinne des Wortes) erwarten die Betrachter geradezu eine subjektive Sichtweise, eine Handschrift des Autors. Beide Spielarten der Fotografie unterliegen somit unterschiedlichen Rezeptionsvoraussetzungen.

Aber ganz so einfach ist das nicht: Jeder einigermaßen professionelle Fotograf weiß, dass es individuelle Faktoren (Perspektive, Ausschnitt, Standortwahl ...) sowie technische Faktoren (Brennweite, Verschlusszeit, Schärfe ...) gibt, die das Ergebnis beeinflussen. Dies gilt auch für die dokumentarische Fotografie. Der große Unterschied zur künstlerischen Fotografie aber besteht darin: Bei der künstlerischen Fotografie ist es auch legitim, wenn der Fotograf nachträglich diese Verfremdung steigert, um seine Aussage zu verstärken. Ein Fotograf mit einer solchen Herangehensweise kann versuchen, andere dazu zu bringen, die Realität mit seinen Augen zu sehen. Er sagt: „Ich zeige euch die Dinge, wie ich sie sehe.“
postprocess 1a a
postprocess 1b a
postprocess 2a a
postprocess 2b a
(Siehe auch die Folgen 123, 4 und 5)


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Zeitgeister 02.04.17

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Tiefgarage im Ihme-Zentrum 07.02.17

360°-Kugelpanorama in den Katakomben von Hannovers größtenteils leer stehendem Wohn- und Geschäftskomplex Ihme-Zentrum. mehr...