Straight Outta Nida - Multiversum 2026

Am 12. und 13. September 2026 fand das Rhein Main Multiversum, die alljährliche Convention des Tabletop Clubs Rhein-Main e.V., in der Kultur- und Sporthalle in Nidderau-Heldenbergen statt. Die Veranstaltung bot in diesem Jahr einen Rahmen von über 20 Spielepräsentationen und Demotischen sowie beinahe einem Dutzend anwesenden Händlern.

Foto: © Christian Schlumpberger

Für mich markierte die diesjährige Veranstaltung eine Premiere, da ich erstmals mit einem eigenen Demotisch vertreten war. Zusammen mit meinen Freunden Maria und Sebastian präsentierten wir das Projekt STRAIGHT OUTTA NIDA. Der endgültige Entschluss zur aktiven Teilnahme fiel unmittelbar nach meinem Besuch der Hamburger Tactica Ende Februar 2026, von dem ich irgendwie angefixt war. Der Bau der Spielplatte begann daraufhin im März und konnte - unter anderem nach dem Kleben von über 10.000 kleinen Fliesen mit der Pinzette - pünktlich zwei Wochen vor der Convention mit einem erfolgreichen Testspiel im heimischen Wohnzimmer abgeschlossen werden!

Jens, Sebastian, Maria
Foto: © Christian Schlumpberger

Unsere Präsentation basierte auf dem Regelwerk "Gangs of Rome" (2nd Edition), einem innovativen 28-mm-Skirmish-Tabletop von Footsore Miniatures. Die Grundidee des Spiels dreht sich um die Elite Roms, die brutale Gangs einsetzt, um ihre politischen Pläne durchzusetzen und dem eigenen Patron zum Aufstieg in den Senat zu verhelfen.

Für unseren Demotisch haben wir dieses Konzept jedoch mit einem starken regionalen Bezug versehen: Anstelle der Mittelmeermetropole rückten wir Nida - eine antike Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Frankfurt-Heddernheim - in den Mittelpunkt. Nida wurde ursprünglich unter Kaiser Vespasian (69–79 n. Chr.) als Militärlager gegründet und entwickelte sich im 2. Jahrhundert zur zivilen Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Civitas Taunensium. Ihre strahlende Blütezeit erlebte die Stadt zu Beginn des 3. Jahrhunderts, erkennbar an einer massiven Stadtmauer und steinernen Gebäuden, bevor sie um 260 n. Chr. unter dem Druck alamannischer Stämme geräumt werden musste. Zum historischen Hintergrund präsentierten wir zwei Infotafeln.

Das Spielangebot umfasste mehrere Szenarien von variierender Komplexität und elaborierten Hintergrundgeschichten, die vor allem Neugierige und Neueinsteiger ansprechen sollten. Das Spielfeld bildete das für Nida charakteristische trapezförmige Forum in der Baustruktur der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts nach, benachbart von dem ans Forum angrenzenden Stadtviertel mit der mächtigen Westtherme (alles basierend auf dem vom Archäologischen Museum Frankfurt rekonstruierten Stadtplan). Also waren es eigentlich zwei Spielfelder, die entsprechend zwei parallele Spiele ermöglichten.

Optisch umgesetzt wurde dies mit diversen Gebäuden aus der "Streets of Rome"-Produktserie von Sarissa Precision, die das Ambiente einer römischen Provinzstadt hervorragend einfingen.

Den Spielern standen vier verschiedene Banden zur Auswahl. Ein prominentes Beispiel war eine rivalisierende Bande, bestehend aus Veteranen der LEGIO XXII PRIMIGENIA aus dem nahegelegenen Mogontiacum (Mainz). Unter der Führung eines alten Zenturios, der stets seinen traditionellen Vitis (Rebstock) als Zeichen seiner Autorität bei sich trug, bestritten diese Ex-Militärs ihren Lebensunterhalt mit diversen, teils zwielichtigen Aufträgen.

Die Resonanz auf der Convention war durchweg positiv    Wir konnten an dem Wochenende mehr als zwölf Demospiele leiten und durften viele interessierte Besucher an unserem Tisch begrüßen. Insbesondere der reale historisch-regionale Bezug der Präsentation fand bei vielen Besucherinnen und Besuchern großen Anklang. Neben dem hohen Spaßfaktor für uns als Aussteller bildete der 3. Platz bei der Publikumswahl zum schönsten Tisch einen sehr erfreulichen Abschluss. Das Wochenende war - nicht allein für uns - eine rundum gelungene Convention!

Und hier noch einige stimmungsvoll bearbeitete Fotos, die einen so richtig in das historische Setting ziehen: